Südlich von Hua Hin, auf etwa 60 Kilometern Küste, reihen sich ein Tempelberg mit Affen, ein Park mit Bronzestatuen von sieben Königen, ein Militärstrand, ein Weberdorf, ein Mangrovenwald und schließlich ein Nationalpark mit einer Höhle aneinander, in die seit 1890 Tageslicht durch eine natürliche Öffnung im Fels fällt.

Khao Takiab — Tempel, Affen und Fischerdorf

Rund sieben Kilometer südlich des Stadtzentrums endet der Hauptstrand von Hua Hin an einem Hügel, der als Landzunge in den Golf von Thailand ragt. Der Name bedeutet Essstäbchen-Hügel, nach zwei parallelen Felszacken am Gipfel. Im Englischen ist er als Chopstick Hill oder Monkey Mountain bekannt. Die Höhe liegt bei knapp 80 Metern.

Oben steht Wat Khao Takiab — formell Wat Lad Khao — ein Thai-chinesischer Tempelkomplex, der historisch als Orientierungspunkt für Fischerboote diente. Der Tempel ist keine architektonische Besonderheit; was ihn prägt, ist die Mischung aus buddhistischen und taoistischen Elementen, die in Küstentempeln mit chinesischer Siedlungsgeschichte typisch ist. Eine vergoldete stehende Buddha-Statue von etwa 20 Metern Höhe blickt aufs Meer.

Die Langschwanzmakaken sind auf dem gesamten Hügel präsent. Sie sind an Menschen gewöhnt, aber nicht zahm. Offene Lebensmittel, Plastiktüten und Flaschen sollten nicht sichtbar getragen werden. Am Tempel gibt es einen ausgewiesenen Fütterungsbereich.

Der Aufstieg ist zu Fuß über eine Treppenanlage mit Naga-Reliefs möglich, oder per Fahrzeug über eine asphaltierte Straße bis zum Parkplatz. Der Tempel ist täglich geöffnet, Eintritt kostenlos.

Am Fuß des Hügels liegt ein Fischerdorf mit Hafen und Markt. Meeresfrüchte werden hier zu niedrigeren Preisen als in Hua Hin selbst verkauft — kein Touristenmarkt, sondern Alltagsgeschäft. Von hier fahren Boote zur Insel Koh Singto vor der Küste.

Die Strände rund um Khao Takiab sind in unserem Strandartikel beschrieben.


Rajabhakti Park — sieben Könige in Bronze

Wenige Kilometer südlich von Khao Takiab, auf Militärgelände direkt an der Phetkasem Road, liegt der Rajabhakti Park. Er wurde 2015 eröffnet — gebaut von der Royal Thai Army, finanziert aus öffentlichen Mitteln und privaten Zuschüssen, auf einem Areal von 222 Rai (etwa 36 Hektar). Den Namen gab König Bhumibol Adulyadej persönlich; er bedeutet „der Park, der mit der Treue der Menschen gegenüber den Monarchen errichtet wurde“.

Das Kernstück sind sieben Bronzestatuen historischer thailändischer Könige, jede zwischen knapp 14 und fast 19 Metern hoch, aufgestellt in einer Reihe vor einer Kulisse aus bewaldeten Hügeln. Die dargestellten Könige stammen aus vier Epochen: König Ram Khamhaeng aus der Sukhothai-Periode, König Naresuan und König Narai aus der Ayutthaya-Periode, König Taksin und König Rama I aus der Thonburi- und frühen Rattanakosin-Periode, sowie König Mongkut und König Chulalongkorn. Jede Statue trägt eine Tafel mit Namen und Regierungszeit. Die Statuen wurden von der Abteilung für Schöne Künste entworfen und in der Königlichen Bronzegießerei gefertigt; für jede wurden etwa 150 Tonnen Bronze verwendet.

Neben den Statuen gibt es ein Geschichtsmuseum im Sockelbereich sowie ein großes Freigelände, das für Militärzeremonien und Paraden der Royal Thai Army genutzt wird. Eintritt: kostenlos. Das Gelände ist kaum beschattet — ein Besuch am frühen Morgen oder späten Nachmittag ist wegen der Hitze sinnvoll.


Suan Son Pradipat — Militärstrand mit Kasuarinen

Etwa acht bis neun Kilometer südlich des Stadtzentrums liegt Suan Son Pradipat auf Gelände der Royal Thai Army. Der Name bedeutet Kieferngarten, nach den Kasuarinen-Bäumen entlang der Küstenlinie. Das Gelände ist öffentlich zugänglich; Fahrzeuge zahlen 10 bis 20 Baht Eintritt.

Jetskis und Bananenboote gibt es hier nicht. Die Restaurants werden von Angehörigen der Armee betrieben. Strandliegen sind für etwa 100 Baht mietbar. Am Eingang des Geländes steht das Skelett eines Bryde-Wals — eine der wenigen öffentlich zugänglichen Walausstellungen in der Region. Innerhalb des Militärgeländes gibt es Bungalows und ein einfaches Hotel.


Kasetsart University — Veterinärkrankenhaus am Meer

Direkt neben Suan Son, an der Phetkasem Road, betreibt die Kasetsart University ein Veterinary Teaching Hospital. Die Universität — Thailands erste Agraruniversität, gegründet 1943 in Bangkok — eröffnete die Hua-Hin-Dependance 2013 unter Schirmherrschaft von Prinzessin Chulabhorn, die selbst Absolventin der Kasetsart University ist.

Das Krankenhaus behandelt Klein- und Großtiere und ist gleichzeitig Ausbildungsstätte für Tiermedizinstudenten. Für Reisende mit Haustieren ist es die nächstgelegene Einrichtung mit veterinärmedizinischem Standard. Für alle anderen: ein Lehrspital einer Bangkoker Universität, auf Militärgelände, mit Meerblick.


Khao Tao — Schildkrötenberg und Weberdorf

Rund 15 Kilometer südlich liegt Khao Tao — wörtlich: Schildkrötenberg. Die Form des Hügels erinnert an eine im Wasser liegende Schildkröte; von der erhöhten Küste aus ist die Silhouette gut erkennbar.

Am Hang befindet sich Wat Tham Khao Tao, ein Höhlentempel mit Thai-chinesischen Einflüssen. Höhlenräume sind mit Buddha-Figuren ausgestattet, ein vergoldeter Buddha von etwa zwölf Metern Höhe steht am Aufgang. Der Tempel ist kein internationales Reiseziel; die Atmosphäre entsprechend.

Hinter dem Hügel liegt ein kleiner Stausee — das erste Stauseeprojekt Thailands überhaupt, angelegt als Königliches Wasserprojekt. Er ist heute kaum mehr als eine stille Wasserfläche zwischen Hügeln, mit einem Schrein am Ufer.

Im Dorf selbst gibt es das Khao Tao Cotton Weaving Village. Eine kleine Gemeinschaft webt hier noch auf Handwebstühlen traditionelle Baumwolltextilien. Es ist kein organisierter Touristenbetrieb; wer hineingeht, sieht Handwerk, das in den meisten Teilen Thailands nicht mehr praktiziert wird.


Pranburi und der Mangrovenwald

Zwischen 20 und 30 Kilometer südlich von Hua Hin liegt Pranburi. Wenige Kilometer weiter: der Pranburi Forest Park (Wana Utthayan Pran). Das Mangroven-Aufforstungsprojekt wurde 1982 auf Initiative von Königin Sirikit gegründet und umfasst knapp 3,2 Quadratkilometer. Ein rund einen Kilometer langer Holzsteg führt durch den Bestand, ein Beobachtungsturm bietet Vogelperspektive. Vier Eisvogelarten sind in der Gegend dokumentiert. Collared Kingfisher, Black-capped Kingfisher, Common Kingfisher und White-throated Kingfisher. Bootsfahrten durch die Wasserläufe sind für etwa 400 bis 500 Baht buchbar. Bei Einbruch der Dämmerung sind Glühwürmchen zu sehen. Eintritt: kostenlos. Kein öffentlicher Transport führt hierher — eigenes Fahrzeug nötig.


Sam Roi Yot — dreihundert Gipfel

Rund 60 Kilometer südlich, etwa eine Stunde Fahrt, liegt der Khao-Sam-Roi-Yot-Nationalpark. Der Name bedeutet dreihundert Gipfel — eine Beschreibung der Kalksteintürme, die hier aus dem flachen Küstenland ragen. Der Park wurde 1966 als erster Küstennationalpark Thailands gegründet; er umfasst 98 Quadratkilometer. Eintritt: 200 Baht für Ausländer.

Das bekannteste Ziel im Park ist die Phraya-Nakhon-Höhle. Zwei Kammern mit natürlichen Öffnungen in der Decke lassen Tageslicht in den Innenraum fallen. Im hinteren Bereich steht der Khuha-Kharuehat-Pavillon, erbaut 1890 für König Rama V, der den Ort auf einer Inspektionsreise besuchte und beeindruckt war. Zwischen 9 und 10:30 Uhr fällt das Licht direkt auf den Pavillon.

Erreichbar ist die Höhle ab Bang Pu: per Boot (etwa 400 Baht für bis zu sechs Personen) oder zu Fuß über den Tian Mountain, mit einem steilen Schlussabstieg von rund 430 Metern bis zum Höhleneingang. Hin und zurück etwa zwei bis drei Stunden.

Weitere Besonderheiten des Parks: 355 dokumentierte Vogelarten, der größte Süßwassersumpf Thailands, Dusky Langurs auf den Kalksteinhängen, und 3.000 Jahre alte Höhlenmalereien, die 2020 entdeckt wurden und noch nicht vollständig erforscht sind.

Kein öffentlicher Transport führt in den Park. Ein Taxi ab Hua Hin kostet für eine Rundfahrt etwa 1.500 Baht.


Entfernungen ab Hua Hin Zentrum

ZielEntfernungFahrzeit (ca.)
Khao Takiab~7 km15–20 Min.
Rajabhakti Park~10 km15–20 Min.
Suan Son Pradipat / KU Hospital~10 km15–20 Min.
Khao Tao~15 km~20 Min.
Pranburi Forest Park~25 km25–30 Min.
Sam Roi Yot NP~60 km50–60 Min.

Für Khao Takiab selbst fahren Songthaews aus dem Zentrum für etwa 20 Baht. Für alles weiter südlich ist ein eigenes Fahrzeug sinnvoll — Motorräder kosten ab etwa 300 Baht pro Tag. Wer die Region lieber mit lokalem Know-how erkunden möchte, findet unten passende Touren.

Vor Ort buchen

Touren & Aktivitäten in dieser Region

Direkt buchbar — kostenlose Stornierung bei den meisten Angeboten.

Powered by GetYourGuide