Nur etwa 25 Kilometer nördlich vom Zentrum Hua Hins liegt Cha-am, ein weiterer Badeort am Golf von Thailand. Die Stadt gehört zur Provinz Phetchaburi und unterscheidet sich im Charakter deutlich von Hua Hin.

Cha-am: Badeort mit lokalem Charakter
Parallel zu Hua Hin entwickelte sich der Ort, blieb dabei jedoch stärker auf thailändische Besucher ausgerichtet. Besonders an Wochenenden kommen viele Ausflügler aus Bangkok hierher; unter der Woche geht es hingegen deutlich ruhiger zu. Die touristische Infrastruktur ist daher insgesamt weniger ausgeprägt als in Hua Hin. Zwar gibt es einige größere Resorts wie das Grand Pacific Sovereign oder The Regent Cha-am Beach, dennoch dominieren kleinere Hotels und Gästehäuser das Angebot. Der fünf Kilometer lange, flach abfallende Strand ist zudem nur abschnittsweise bebaut.
Historisch interessant: Phra Ratchaniwet Marukhathayawan
Sehenswert in Cha-am ist der Maruekkhathayawan-Palast. König Vajiravudh (Rama VI.) ließ ihn 1923–24 als Sommerresidenz errichten. Da er an Atemwegsproblemen litt, sollte der Palast möglichst luftig und küstennah sein. Infolgedessen entstand die gesamte Anlage aus Teakholz, auf Stelzen und mit überdachten Laufstegen verbunden. Das Konzept stammte vom König selbst; der italienische Architekt Ercole Manfredi setzte es schließlich um. Heute dient der Palast als Museum mit einem Eintrittspreis von etwa 90 Baht.
Stadtnahe Natur: Khao Nang Phanturat
Westlich der Stadt liegt der Khao Nang Phanturat, auch Cha-am Forest Park genannt. Das bewaldete Kalksteinmassiv bietet mehrere Wanderwege, die vor allem von einheimischen Ausflüglern genutzt werden. Darüber hinaus finden sich am Fuß des Berges einige Restaurants und einfache Unterkünfte.




Ausflüge nach Phetchaburi und Kaeng Krachan
Cha-am eignet sich außerdem als Ausgangspunkt für die Provinz Phetchaburi. Die Provinzhauptstadt mit ihren historischen Tempeln am Khao Wang liegt nur 30–40 Kilometer entfernt. Noch weiter im Landesinneren — etwa 60 Kilometer — befindet sich der Kaeng Krachan Nationalpark, Thailands größter Nationalpark und seit 2021 UNESCO-Welterbe. Er umfasst 2.915 Quadratkilometer ursprüngliche Natur; der Eintritt beträgt 300 Baht für Ausländer.
Cha-am oder Hua Hin?
Obwohl Cha-am und Hua Hin räumlich nah beieinanderliegen, unterscheiden sie sich deutlich in Atmosphäre und Publikum. Cha-am ist insgesamt ruhiger, stärker von Thais besucht und etwas günstiger. Nachtleben und eine große Auswahl internationaler Restaurants sucht man hier vergeblich. Wer jedoch einen Badeort kennenlernen möchte, wie ihn die Thais mögen — mit langem, ruhigem Strand und guten Ausflugsmöglichkeiten — ist in Cha-am richtig.
Fazit
Cha-am eignet sich für Besucher, die einen ruhigen Badeort mit lokalem Flair suchen. Die Infrastruktur ist zwar weniger entwickelt als in Hua Hin, dafür fallen die Preise niedriger aus. Mit dem Maruekkhathayawan-Palast gibt es zudem eine historisch bemerkenswerte Sehenswürdigkeit. Darüber hinaus bieten Strände, Waldgebiete und Nationalparks der Region reichlich Möglichkeiten für Naturliebhaber.
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