Hua Hin, was wörtlich „Steinkopf“ bedeutet und sich auf die markanten Felsformationen am Strand bezieht, war ursprünglich ein beschauliches Fischerdorf namens Samor Riang – „Reihe von Ankern“. Doch um 1911 erreichte die Südbahn den Ort und läutete seine Verwandlung in einen Badeort ein. Prinz Chakrabhongse hatte die malerische Gegend bei einem Jagdausflug mit russischem Adel entdeckt.
1922 eröffnete das von einem italienischen Architekten entworfene Railway Hotel, das heutige Centara Grand Beach Resort, mit 14 Zimmern. Im selben Jahr nahm auch der Royal Hua Hin Golf Course als erster Golfplatz Thailands den Betrieb auf. Sechs Jahre später ließ König Rama VII den mediterranen Klai-Kangwon-Palast („Fern von Sorgen“) errichten, der bis heute von der königlichen Familie genutzt wird.
Diese royalen Verbindungen prägen den Charakter Hua Hins bis in die Gegenwart. Anders als Pattaya oder Phuket ist der Ort vom Massentourismus und Nachtleben weitgehend unberührt geblieben. Stattdessen schätzen vor allem die Wochenendausflügler aus Bangkok die entspannte, familiäre Atmosphäre und die bequeme Erreichbarkeit. Die Hauptstadt ist nur rund 200 Kilometer oder 2,5 bis 4 Stunden entfernt.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Das Wahrzeichen Hua Hins ist der historische Bahnhof von 1926 mit seinem unverwechselbaren Teakholz-Pavillon, wo früher der König eintraf. Gleich nebenan zieht der Chatchai Nachtmarkt allabendlich Einheimische und Besucher mit seinem vielfältigen Streetfood und Souvenirs an. Wer es ruhiger und kreativer mag, ist auf dem Cicada Kunst- und Handwerksmarkt an den Wochenenden richtig.
Der kilometerlange, palmengesäumte Hauptstrand lädt zum Sonnen, Baden und Reiten ein – wobei letzteres das typische Postkartenmotiv von Hua Hin ist. In der Monsunzeit von Juni bis Oktober ist beim Schwimmen jedoch Vorsicht vor Quallen geboten. Wassersportler kommen beim Kitesurfen auf ihre Kosten.
Das beschauliche Mangroven-Reservat Klong Khon inmitten der Stadt ist ein Geheimtipp zum Entschleunigen. Wat Hua Hin wiederum ist der bedeutendste buddhistische Tempel. Wer noch tiefer in die thailändische Kultur eintauchen möchte, wagt sich in die für Touristen eher unbekannte Soi 51 nördlich des Zentrums. Dort warten authentische lokale Restaurants und Bars.
Orientierung und Mobilität
Hua Hin ist dank seines schachbrettartigen Straßenmusters mit der Phetkasem Road als Hauptschlagader relativ übersichtlich. Links und rechts zweigen die Sois (Nebenstraßen) ab, wobei die geraden Hausnummern immer auf der Landseite und die ungeraden Richtung Meer liegen. Der Uhrenturm an der Kreuzung mit Soi 61 markiert das touristische Zentrum.
Entlang der oft staugeplagten Phetkasem Road verkehren tagsüber grün-weiße Songthaew-Sammeltaxis für umgerechnet 30 bis 90 Cent. Komfortabler, aber auch teurer, sind die allgegenwärtigen Tuk-Tuks. Wer die Stadt auf eigene Faust erkunden will, mietet sich am besten einen Roller. Dank des flachen Terrains ist auch das Radfahren – mit Vorsicht auf den Hauptstraßen – eine Alternative.
Die Anreise aus Bangkok erfolgt am stressfreiesten mit dem Zug (ca. 4 Stunden) oder VIP-Bus (3-4 Stunden). Freitagnachmittag in Richtung Hua Hin und Sonntagabend zurück ist dagegen mit zähfließendem Verkehr zu rechnen. Viele Bangkoker nehmen die Staus aber gelassen in Kauf für ein erholsames Wochenende am Meer.
Kulinarische Höhepunkte
Hua Hin ist ein Paradies für Meeresfrüchte-Liebhaber. Fisch, Krabben, Garnelen und Hummer kommen täglich fangfrisch auf den Teller. Zu den lokalen Spezialitäten zählen der in Bananenblatt gedämpfte Seafood-Pudding Hor Mok Talay und der traditionelle Steamed Lemonfish (Pla Kapong Neung Manao).
Das Preisspektrum reicht von günstigen Streetfood-Mahlzeiten für 100-150 Baht bis zu edlen Fischgerichten für 1.000 Baht und mehr. Einen herrlichen Blick auf den Golf von Thailand genießt man in den zahlreichen Restaurants auf Stelzen entlang der Strandpromenade. Für viele Thais ist auch ein Frühstück im historischen Jek Pia Coffeeshop ein Muss. Der über 50 Jahre alte Familienbetrieb ist berühmt für seinen cremigen Reisbrei (Joke).
Fazit
Hua Hin Zentrum verbindet auf einzigartige Weise königliches Erbe, Bädernostalgie und entspanntes Strandleben. Der „Rückzugsort fern von Sorgen“ ist mehr als ein Geheimtipp – er verkörpert vielmehr den Inbegriff der thailändischen Resort-Kultur abseits des Massentourismus. Ob beim Schlendern durch die Nachtmärkte, Relaxen am kilometerlangen Sandstrand oder Schlemmen an frischen Meeresfrüchten: Hier finden Bangkok-Flüchtlinge und Erholungssuchende aus aller Welt ein Stück ursprüngliches Thailand mit einem Hauch Aristokratie.